Es ist furchtbar. Seit diese strikte Doppelbelastung in Form von Arbeit+Schule weggefallen ist, bzw zumindest nicht mehr so exzessiv ausgelebt wird, kann ich kaum mehr schlafen. Natuerlich versuche ich diese Unterbelastung einerseits mit Lernen zu kompensieren, das gelingt mir aber nur bedingt, da bald die Augen muede werden und sobald ich im Bett liege und es dunkel ist, ich hellwach bin. Dann schweifen meine Gedanken ab - anfangs ueber die Zukunft, ueber die Gegenwart. Ueber diverse irrwitzige Vorstellung fuer das “danach” im Bezug auf das Abi, irrwitzige Vorstellungen fuer das “was wird in 5, 10, 15 Jahren sein”. Mein Kopf arbeitet und laesst mir keine Ruhe. Da ich eigentlich kaum mehr einen Schluck trinke, kann ich das auch nicht als “Einschlafhilfe” missbrauchen, wie es eigentlich sonst immer gut geklappt hat. Neuerdings komme ich sogar in die Phase, in der ich mich an sehr viel vergessen geglaubtes erinnere - aus alten Schulen, von alten Bekanntschaften, frueheren Erlebnissen und eben all den Jahren, die bereits hinter mir liegen. Dieses “Durchkauen” von all dem Erlebten und dem womoeglich noch zu erlebenden ist eine endlose Schleife.. und treibt mich nachts um 2 aus dem Bett, hier an den PC.
Aber vielleicht ermuedet mich das Schreiben ein wenig, dachte ich mir nun zumindest, und will deshalb einen kurzen Statusbericht abliefern. Wie oben bereits geschrieben ist die Doppelbelastung grossteils weggefallen.. mein Nachfolger kann die Grundzuege des Jobs langsam, ich schlage mich vermehrt mit Bewerbungen und dem Amt herum und gehe halt wie eh’ und je in die Schule. Davor und danach lerne ich, falls moeglich, falls gewillt. Die letzten Tage blieb mir nichts anderes uebrig - wie wohl auch die naechsten Tage nicht. Denn das “Durchhalten”-Konzept wurde nun vom “step by step”-Konzept abgeloest; soll heissen, jetzt naehere ich mich mit jedem Schritt dem Ziel an, fuer das ich die letzten 3,75 Jahre gelitten habe. Wir hatten am 29ten Bio, am 04ten Mathe, am 08ten Deutsch und am 14ten schreiben wir Geschichte. Dann noch Englisch am 31ten - und dann sind nach 3 Wochen Lernzeit auch schon die Abiturpruefungen. Leicht erschreckend wie das alles naeher rueckt - von Tag zu Tag. Aber es laesst inzwischen wenigstens Fortschritt erkennen: letzte Bioschulaufgabe ever geschrieben, letzte Schulaufgabe an ‘nem Samstagmorgen ist auch durch. Mit Geschichte kommt die naechste Huerde, ist die gemeistert, steht mir kaum mehr etwas im Weg. Ein befriedigendes Gefuehl wenn man sieht, dass die Arbeit, der Fleiss, langsam Fruechte traegt. Und dass mir kaum mehr etwas im Weg steht ist untertrieben. Neben der ueblichen Befuerchtung der Bundeswehr ist, wie gesagt, das Amt aktiver geworden. Ich war bereits bei diversen Vorstellungsgespraechen, habe schon ettliche Bewerbungen geschrieben, muss alle zwei Wochen dort vorsprehen. Zu allem Ueberfluss wollte mich meine neue Sachbearbeiterin in eine “Maßnahme” stecken - die konnte ich aber (gerade noch?) erfolgreich abwehren. Ich denke ich werde ihr beim naechsten Treffen einfach offenbaren wie meine Situation derzeit ist und auf das Menschliche in ihr pochen, dass sie mich so ca. 1 Monat in Ruhe laesst; bis die Pruefungen durch sind. Aber das wird sich zeigen.
Was es sonst neues gibt? Nicht viel. Die Katze ist mit jedem Tag ihrem Tod einen Schritt naeher (sie ist im Uebrigen doch weiblich, spielkind), kann kaum mehr fressen wegen einer Enzuendung im Mund-/Rachenbereich, meine Mutter faehrst staendig zum Tierarzt wegen ihr. Die Freundin ist nach wie vor hier, es ist amuesant wie wir immer im selben Raum, uns nahezu gegenueber sitzen und stillschweigend vor uns hinlernen. Ich hatte mal wieder Kontakt zu nem guten Freund, habe zumindest halbwegs gute Nachrichten von Daniels Mama erfahren.. wie soll ich sagen. Das Leben laeuft in seinen Bahnen, mehr oder minder geordnet; und ich fuehle mich wohl, zufrieden und bin eigentlich erfuellt. Es ist eine Art von Selbstgefaelligkeit, Selbstzufriedenheit, welche derzeit bei mir vorherrscht. Ich bin ehrlich zu mir selbst und habe erkannt, dass das Leben das ist, was ich daraus mache - dass ich nicht (rein) dem Willen anderer unterworfen bin. Und damit arbeite ich. Oder versuche es zumindest.
Ich entschwinde mal wieder ins Bett und versuche abermals die Dunkelheit in mein Hirn zu lassen, auf dass ich zu den Traeumen fliehen moege.
np: Eels - last stop this town
qotd: Gory, Gory Halleluja!