So wohne ich in der Wüste.
Mittwoch, September 24th, 2008Heute morgen, o63o hiess es antreten. Ab zum Autovermieter - dort den mir angenehmsten der drei verfügbaren Wagen ausgewählt. Schnell heim, das Auto beladen, kurz die Mama umarmt und losgedüst. Automatik, Audi A6. Ein Auto, das intelligenter ist als ich. Es schaltet die Scheibenwischer ein, bevor ich den Regen sehe, es weiss den Weg, bevor ich auf der Autobahn bin. In diesem Fall wahrlich ein schönes Fahrgefühl, nicht zuletzt wegen der PS.
Sechs Stunden später war ich am Ziel, habe schnell die Wohnung übernommen und ausgeladen. Eine Tortur sondersgleichen - beim Beladen wirkte es nicht so viel, geschweige denn so schwer. Nach einer Schwitzorgie habe ich mich kurz ausgeruht und bin dann wieder los, um das Auto abzugeben. Dann mit dem Bus wieder zur Wohnanlage. Da fühlte ich mich bereits irgendwie wohl, irgendwie als würde ich schon sehr lange hier leben.
Nichtsdestotrotz.. mein Zimmer ist cool. Habe inzwischen auch alles eingeräumt und es mir hier gemütlich gemacht. Zu meinen Mitbewohnern: Ich habe viel erwartet. Dass es voll die Assis sind, Snobs oder sonstiges Gesindel, das ich kaum ertrage. Nur eins habe ich nicht erwartet: Dass sie nicht da sind. Keiner von ihnen. Selbst jetzt, sieben Stunden nach meinem Einzug, habe ich keinen von ihnen gesehen. Angeblich leben hier neben mir weitere drei Leute - was ich höchstens am Zahnbürstenbestand feststellen kann.
Was solls. Ich habe vermutlich noch nicht wirklich realisiert, dass ich nun ausgezogen bin. Dass ich nun in meiner ersten eigenen Wohnung bin. Dass ich nun alleine wohne. Dass ich nun Student bin. Dass mein Leben den Höhepunkt der Wende erreicht hat, die ich derzeit vollziehe. Schön, auf der einen Seite. Schade, auf der anderen Seite. Schliesslich lasse ich momentan alles hinter mir - natürlich nicht für immer oder gewollt - aber alleine wenn ich ans Weib denke, an die nun knapp 700km, die zwischen und sind, dann .. dann höre ich einfach auf, darüber nachzudenken und sage mir gebetsmühlenartig vor, dass alles gut wird. Dass ich der festen Überzeugung bin, dass wir es schaffen. One way or another.
Tjaha. Was soll ich gross sagen. Ich bin mit meinen dreiundzwanzig Jahren in einem weiteren Kapitel angelangt, das ich meistern muss, meistern werde. Ich spreche hier als wäre es eine Prüfung.. nein, vielmehr ist es der Umstand der Umstellung. Und ich tippe lediglich weiter, weil auf dem anderen Monitor ein Film läuft, den ich schon gesehen habe, sonst niemand hier ist und ich vorhin meinen bald-Mitstudenten abgesagt habe, heute was zu unternehmen. Und natürlich deshalb, da niemand hier ist. Aber da habe ich mal wieder einen längeren Eintrag geschrieben - weee. Und höre nun lieber auf, bevor nur noch Bullshit kommt.