Seit 31 Monaten 18 Tagen 21 Stunden bin ich arbeitslos :D
Seit 28 Monaten 24 Tagen 7 Stunden habe ich die erste Abiturpruefung hinter mir 8D
Seit 23 Monaten 15 Tagen 7 Stunden studiere ich oO

Das Leben ist schön!

Dezember 9th, 2008

Ich wache auf, weil das Radio dröhnt. Ich bin schon schlecht gelaunt, denn als erster Gedanke kommt mir in den Sinn, dass ich nicht lange geschlafen habe. 2-3 Stunden, wenn es hoch kommt. Weil ich wieder mal nicht einschlafen konnte, aber zuvor auch noch viel zu spät ins Bett ging. ‘Was für ne Kacke’ kommt mir in den Sinn und ich warte, bis mein Handywecker los geht, dass ich mich erheben muss. Und warte. Und warte. Und schlummer’ langsam wieder ein..

Das tolle am Bachelor/Mastersystem ist die Tatsache, dass man ein sogenanntes ’selbstverantwortliches’ Studium durchführt. Man sich seinen Studiengang selbst gestaltet,  für seine Vorlesungen selbst verantwortlich ist. Man sich um alles kümmert, um es zu schaffen.  Wenn man sich nicht kümmert, wird es schwer, es zu schaffen. Und dadurch hat man natürlich auch die Möglichkeit, sein Studium wenigstens aufregender zu gestalten..

 Ich wache erneut an, das Radio dröhnt noch immer. Ich erinnere mich an meine spasshaften Worte am Abend zuvor zu einer meiner Mitstudentinnen: “Und weck mich, falls ich morgen nicht rechtzeitig auftauche”. Denke gerade darüber nach, was der heutige Tag noch so bringt, als ich die Situation ein wenig im Überblick habe. Feststelle, dass das Radio schon ungewöhnlich lange dröhnt.. und springe auf. Schaue auf die Uhr. Und stelle fest, dass ich den Statistik quick test verschlafen habe. Noch knapp 2 Minuten hätte, ihn zu schreiben, falls ich sofort losrenne. Ein innerliches Seufzen, eine kurze Rechnung des Nutzen-Kosten-Faktors, einmal Resigination. Ich setze mich aufs Bett und freue mich über mein selbstverantwortliches Studium.

Langsam macht es Spass!

Dezember 7th, 2008

..oder schon wieder nicht mehr.

Nun, ich wollte seit einigen Tagen einen Post mit obigen Titel schreiben. Denn nach “dem Tag als ich Mathe schmiss”, begann ich meine Zeit mit den anderen Fächern aufzufüllen. Und erkannte endlich sogar, was wir alles machen. Wow, eine schöne Sache - denn wenn man weiss, wovon die Leute reden, kommt man mit; ergo man hat die Möglichkeit, sich eigene Gedanken dazu zu machen, sich selbst Vorstellungen hinzugeben, man hat Spass daran, dem <strike>Leid</strike>Leitgedanken zu folgen, sozusagen. Und eben das macht doch irgendwie Spass. Man fühlt wieder etwas mehr, was man studiert, hat einen Bezug dazu - man weiss, was man hier macht.

Aber wie die Unterüberschrift schon sagt: Aber es nervt auch. Aber das ist wohl eher Frustration. Schliesslich habe ich heute den halben Tag damit verbracht Informatik zu machen .. oder versucht, Informatik zu machen, besser gesagt; und rausgekommen ist gen Null. Deprimierend, irgendwo. Wenigstens hat Logic geklappt und ich habe mir ein wenig Statistik angeschaut, für Dienstag. Also gehts doch irgendwie vorwärts. Irgendwie, ja.

(in ca. 40 Minuten sind meine 4 Wochen vorbei. Drinks, Smoke and Meat is mine again, f#ck yeah!)

np: Tomte - Das Orchester spielt einen Walzer
qotd: Ich will nur noch trinken und nach Hause geh’n - oh Gott, ist das Leben schön!

average

November 30th, 2008

Sonntags. Samstags. Freitags. Donnerstags. Und die Tage dazwischen. Ich sitze hier und nöle rum, krame in den pdf-Files, kritzel auf meinem Block rum, versuche nachzudenken. Anders gesagt: Ich lerne. Oder bin zumindest dran, so zu tun. Zum einen mag es nicht recht klappen, denn irgendwie ist meine Denkleistung stark beeinträchtigt. Früher ging noch alles leicht von der Hand, Zusammenhänge waren ein Kinderspiel und logische Schlussfolgerungen ein müdes Gähnen wert. Doch es scheint mir, als hätte ich abgebaut; und das nicht wenig sondern sogleic immens. Als hätten die letzten Monate vor dem Studium eine geistige Leere, ein Vakuum erschaffen, welches momentan einfach nicht bereit ist, etwas aufzunehmen. Nur mit harter Gewalt will es etwas verstehen, aber ist es drin, gibt es einen Zettel heraus “das ist doch einfach”. Fürchterlich.

Zum anderen scheint mir, dass ich ziemlich gewöhnlich bin. Also mehr als das - als wäre ich richtig durchschnittlich, an der unteren Grenze. Da ist mein Notendurchschnitt dahin, meine Leistungen im multiplen Handling von verschiedenen Lebenssituationen nichts wert; entweder sind die Menschen in meinem Studiengang irgendwie überdurchschnittlich klug oder ich bin einfach nur durchschnittlich. Kann man wohl so sagen - und das Gefühl behagt mir wohl so gar nicht.

Im Grossen und Ganzen kommt es mir vor, als würde sich mein Hirn momentan weigern, (effektiv?) zu arbeiten. Es schmollt, streikt und will sich der Inhalte einfach nicht annehmen. Obgleich ich persönlich, seit ich eben Mathe geschmissen und somit mal Zeit für die anderen Fächer habe, dem Studiengang doch mehr angetan bin als am Anfang. Schliesslich lerne ich nun endlich mal die Inhalte von Logic, Linguistik und Neurobio kennen - nicht mehr nur als zeitstehlendes Etwas, das man schnell beendet hat. Ja, es fängt gar an etwas Spass zu machen, sich mit den Inhalten zu beschäftigen. Wenn das Hirn nun noch mitspielen würde, könnte es sogar ein erfolgreiches, unterhaltsames und eventuell gar erfüllendes Studium werden. Wenn. Was es bisher nicht tut, das Arschloch.

Ich geh weiter lernen. Oder lesen. Oder halt Kram machen. (bin ich eigentlich nur an motzen, seit ich hier bin?)

np: Damien Rice - coconut skins
qotd: lets check the ground for brains

ach das leben ist doch ein grosser beschiss.

November 26th, 2008

zum einen gibts kein handbuch dafür, das mal jemand in weiser voraussicht geschrieben hat, nein, selbst wenn alles einigermaßen gut zu laufen scheint, ist man immer noch angekotzt von der situation. vom alltag. vom drumherum und dem dahinter. warum? ganz simpel: mir ist langweilig. ja, genau. gestern habe ich mathe geschmissen - oder, um es formaler auszudrücken: aufs dritte semester verlegt. und heute ist mir langweilig. natürlich hätte ich noch hausaufgaben zu machen, stuff zu lernen usw usf. aber das ist auch langweilig. ach, das scheint die wohlbekannte antriebslosigkeit zu sein. aber hey - toll. morgen habe ich genau 1,5h uni. und die werden langweilig. tolle aussicht. warten. warten. warten. auf andere zeiten.

ich glaub’ ich fange einfach wieder mit mathe an.

Und der Affe tanzt.

November 23rd, 2008

(solange die dicke Frau noch singt)

Es ist schon wieder nachts, nach drei Uhr. Mein heutiger Samstag war langweilig, im Grossen und Ganzen. Ich bin aufgewacht, habe mir noch 18 Minuten (2×9 “Schlummer”, um genau zu sein) gegönnt und dann festgestellt, dass die Matheprüfung ja um o9oosharp beginnt. Somit hatte ich noch ganze 10 Minuten um aufzustehen, anzuziehen und zur Uni zu fahren. Ich wurde auch mit den Worten “da bist du ja endlich, wir wollten dich soeben anrufen” begrüsst. Matheprüfung selbst war so lala, an sich total einfach, da ich aber hinterher hänge.. nunja. Überschlagenerweise müsste ich so relativ genau 50% haben, daher ein Glücksspiel. Und niemand nimmt mir die Entscheidung ab ob ich nun den Kram weitermachen soll; obwohl es alle empfehlen. Son Pupu. Ichwillabernicht. Mal schauen.

Sonst habe ich heute noch “gemenst” (wie kacke klingt das eigentlich?), Kicker gespielt, das Bad geputzt und gezockt. Also ein freier Samstag. Somit darf ich morgen alle Hausaufgaben, Nach- und Vorbereitungen machen - yay for laziness. Ach was solls, der Schnee der sich heute den ganzen Tag hier angesammelt hat ist schuld. Oder dass mir gerade einfällt, dass ich unbedingt beim Bafögamt anrufen muss. Oder dass mir einfällt, dass ich unbedingt Schutzbleche brauche. Oder dass mir .. ach lassen wir das. Ich gehe lieber schlafen, diesmal ohne Wecker und versuche morgen fleissig zu sein. Heute, genau genommen. Aber wer zählt schon Reiskörner, wenn er Erbsen haben kann.

np: Kettcar - 48 Stunden
qotd: “Ne, die find ich ganz nett - aber du bist halt scheisse.”

nackt im schneeregen

November 21st, 2008

oder: I surrender.

Es hat heute, als ich von der Uni nach Hause gefahren bin, Schneeregen gegeben. Was das soll, weiss ich nicht recht: schliesslich habe ich mir mit voller Absicht eine Uni ausgesucht, die möglichst ungünstig für kontinentales Klima liegt. Aber scheinbar bleibe ich selbst in diesem Punkt nicht verschont.

Als ich dann zu Hause war und wie üblich an Mathe sass, habe ich eine Feststellung gemacht: Ich gebe auf. Zumindest dieses Fach, zumindest in diesem Semester. Und zwar nur offiziell, ich werde mich anhalten in freier Zeit nebenbei weiter den Stoff zu pauken, zumindest zu lesen, versuchen mitzuarbeiten. Ich habe einfach eingesehen, dass es zu viele Kontras sind, die derzeit diese Methodik mit sich zieht:
Zum einen habe ich, haben wir keine Minute mehr übrig für die anderen fünf Fächer, die wir derzeit besuchen. Es ist einfach idiotisch, wegen einem Fach den Rest “links liegen” zu lassen, schnell die Hausaufgaben runterzurotzen um zu Mathe zurück zu kehren - ohne sich auch nur ein wenig intensiv mit dem eigentlichen Inhalt beschäftigt zu haben. Zum anderen kommt mir Mathe zu geballt - dadurch dass ich nur Abendgymnasium-Mathekenntnisse habe, fehlt mir ein gewisser Wissensteil. Und der wird fein säuberlich und bewusst übergangen. Daher doppelter Tritt in die Eier für mich. Wäre dies nicht genug, ist Mathe momentan einfach viel zu zeitintensiv. Uns kommt es einfach vor als würden wir nur Mathe studieren - der Rest wären irgendwelche Nebenfächer. Und darauf habe ich zumindest keinen Bock mehr; ich will die Bandbreite, nicht die Beweise. Dass ich diesen Schein machen muss ist mir klar - aber ich habe von dem Plan möglichst alles im ersten Semester durchzupressen abgesehen und werde es geordneter angehen lassen.

Ob das nun ein Beweis dafür ist, dass ich ein schlechter Student bin, dass ich nicht selbstständig arbeiten kann, dass ich einfach nur dumm bin - das mag jedem selbst überlassen sein. Ich hingegen würde den Kurs nur unter massenhaftem Kotzen durchziehen können; und das muss ich ehrlich gesagt nicht haben, momentan. Somit bleibt nur noch eine Frage: Gehe ich morgen zu der Prüfung und mache mich lächerlich oder lasse ich es ganz?

qotd: I said I’m gonna buy a gun and start a war
np: Coldplay - A Rush Of Blood To The Head

nachts, viertel nach drei

November 19th, 2008

oder: a few weeks later
oder: eine lebensversicherung fuer 5euro

es ist nachts, viertel nach drei uhr, von dienstag auf mittwoch. es sitzen vier männer in der küche und machen mathe. seit guten acht stunden, nach acht stunden uni. in denen es einen quicktest in statistik und ein testat in informatik gab. wir gähnen. sind müde. so müde, dass wir schon in wirres gekicher umschlagen, weil wir noch zwei aufgaben vor uns haben. seit ewigkeiten tippen wir daran rum - gelöst sind sie, unsere perfektion verlangt aber, sie auch in eine schöne reinform zu bringen, um sie zu präsentieren. ich persönlich verstehe ja nur noch bahnhof - aber die anderen sind noch mit leib und seele am werk.

tja, da mag jemand behaupten es gibt _nur_ faule studenten. natürlich gibt es die, in unserem studiengang habe ich aber bisher kaum welche kennengelernt. oder um es korrekt zu sagen: viele kennengelernt, es kann sich aber momentan niemand leisten. jeden tag bis mindestens 24oo uhr lernen, nachbereiten, hausaufgaben, programme schreiben, statistik, neurobio, informatik, mathe, logic, linguistic… usw usf. schlafen .. ja, ab und an. gegessen wird in der mensa. geduscht .. ja, so zwischen schlafen gehen und einschlafen, oder so ähnlich.

also das studium ist nicht stressig, falls es so klingt. mathe ist stressig. und da wir idioten sind und es schon im ersten semester machen, statt wie von überall empfohlen erst im dritten, haben wir gute 32 sws, in vier fächern hausaufgaben von je 2-5 stunden und zusätzlich sitzen wir an mathe gute 20 stunden pro woche - wenn das genügt. tja, wir dekadentes pack wollen eben vorarbeiten oder so ähnlich. und sitzen dafür in der küche, nachts um halb vier.

(ps: habe meine bremsen am fahrrad reparieren lassen. hihi, nun kann ich wieder bremsen. und dadurch schnell fahren. tolle lebensversicherung.)

the idea behind

November 17th, 2008
After feeling some of these bumpings, you get a new idea in your head. The idea you construct has the power to influence your actions and beliefs impressively: it might lead you to cry, laugh, reconsider your politics, or blow up a federal building. Isn’t that strange? Remarkable? What would a martian think of our quaint communication system? (… den gesamten Text lesen)

gefunden durch sophies deutsche übersetzung.

a dark one

November 3rd, 2008

Sonntag abend, ich liege im Bett und fange an ein wenig zu sinnieren. Blicke fragend auf morgen, was mich wieder erwartet. Blicke auf gestern, wie mein neues Leben nach einigen Wochen aussieht. Viele Fragezeichen, oder nein, vielmehr viele leere Stellen sind derzeit in meinem Blick. Das ‘neue Leben’ sickert momentan dahin; ich lerne es langsam kennen, weiss aber noch nicht, woran ich bin. Habe noch keine Routine. Alles ist neu, shiny new devices, noch nicht wirklich greifbar. Auf der einen Seite habe ich fast genug damit zu tun, endlich komplett unabhängig, auf eigenen Beinen zu stehen. Auf der anderen Seite haben sich die Wolken über mir zusammengerottet, viel Dunkelheit, viel Regen und ständig suche ich nach Lichtblicken. Das Studium ist noch wie ein Wackelpudding, noch kann ich nicht sagen, was ich hier überhaupt mache. Noch kann ich nicht sagen, was ich genau studiere, was mir gelehrt wird, was ich jeden Tag morgens, mittags und abends lerne. Kein Wunder, prinzipiell; hetze ich doch von eher von einer Vorlesung zur nächsten, hetze ich zu den Übungen oder zur Mensa; es bleibt wenig Zeit, nachzudenken. Es ist ein Brei, den löffelt man; aus was er besteht, wagt niemand in den zwei Minuten des Essen-fassens zu fragen. Doch eins ist sicher: Noch rinnt mir die Zeit, der Brei, das Sein durch die Finger, noch habe ich keinerlei Möglichkeit erkannt, zu fassen, was ich mache. Zu identifizieren, was ich esse. Zu wissen, wohin der Weg führt. Dies fühlt sich keinerseits zwangsläufig schlecht an, nein. Auch bin ich nicht unsicher, nicht zweifelnd. Aber ich stehe, nach der Zeit des Umbruchs, in einem Sumpf in dem ich mich noch nicht bewegen kann. Es ist eine überlegende, abwartende, ertragende Haltung, welche ich derzeit inne habe.

Es ist interessant, keine Frage. Aber .. es ist .. wie soll ich es sagen, ohne abwertend zu klingen. Ohne meinen wohlgeschätzten Studiengang zu denunzieren. Nun.. es ist unspektakulär. Es läuft, es verschlingt Zeit, es kostet Energie, es ist neu. Aber ohne irgendetwas, was meine kindliche Begeisterung hätte wecken können. Bisher, zumindest. Natürlich ist erst eine Woche vergangen, natürlich greift alles, was ich oben geschrieben habe.. aber dennoch wirkt es auf mich trist, grau und alltäglich. Als würde ich hier schon ewig leben, als würde ich schon Jahre studieren, als wäre dies alles wohlbekannt. Vielleicht ist das der Grund, weshalb sich eine Art Schleier über meine derzeitige Existenz legt. Weshalb ich noch keine Möglichkeit hatte, dies alles real anzunehmen; vielmehr es einfach ‘da’ war, ohne Fanfaren, ohne Trompeten. Ich gehe einfach davon aus, dass die nächsten Wochen, ich finde kein passendes Wort, ’spannender’ werden. Oder es liegt einfach daran, dass diese ‘Anstrengung’ in Form von Uni einfach nicht wirklich anstrengend ist, für mich. Das mag arrogant klingen, doch wenn ich es mit meiner 80-h-Zeit vergleiche ist es .. ein Kinderspiel, derzeit. Es ist nicht diese Art von Stress, nicht der ständige zeitliche Druck, nicht die Hetze von einem Ort zum anderen, welche mir den Schweiss auf die Stirn, das Adrenalin in die Venen treibt. Irgendwie ist es vergleichbar, doch nicht auf einer Ebene. Das ‘derzeit’ ist viel einfacher, viel lockerer zu handhaben - ‘es ist nur Uni’ - im Vergleich zur Arbeit, zum anstehenden Abitur, dem dunklen Geist der Prüfungen. Es ist ernüchternd. Keine Trunkenheit vom Leben, nichts aufgeholt, worauf ich mich jahrelang gefreut habe. Das Leben plätschert weiter vor sich hin. Und ich werde älter. Und kann es nicht aufhalten. Ich gehe jetzt rauchen. Und bin gespannt, ob ich mich auf dem Rückweg wiederfinde.

(standing here in the dark.)

So wohne ich in der Wüste.

September 24th, 2008

Heute morgen, o63o hiess es antreten. Ab zum Autovermieter - dort den mir angenehmsten der drei verfügbaren Wagen ausgewählt. Schnell heim, das Auto beladen, kurz die Mama umarmt und losgedüst. Automatik, Audi A6. Ein Auto, das intelligenter ist als ich. Es schaltet die Scheibenwischer ein, bevor ich den Regen sehe, es weiss den Weg, bevor ich auf der Autobahn bin. In diesem Fall wahrlich ein schönes Fahrgefühl, nicht zuletzt wegen der PS.
Sechs Stunden später war ich am Ziel, habe schnell die Wohnung übernommen und ausgeladen. Eine Tortur sondersgleichen - beim Beladen wirkte es nicht so viel, geschweige denn so schwer. Nach einer Schwitzorgie habe ich mich kurz ausgeruht und bin dann wieder los, um das Auto abzugeben. Dann mit dem Bus wieder zur Wohnanlage. Da fühlte ich mich bereits irgendwie wohl, irgendwie als würde ich schon sehr lange hier leben.

Nichtsdestotrotz.. mein Zimmer ist cool. Habe inzwischen auch alles eingeräumt und es mir hier gemütlich gemacht. Zu meinen Mitbewohnern: Ich habe viel erwartet. Dass es voll die Assis sind, Snobs oder sonstiges Gesindel, das ich kaum ertrage. Nur eins habe ich nicht erwartet: Dass sie nicht da sind. Keiner von ihnen. Selbst jetzt, sieben Stunden nach meinem Einzug, habe ich keinen von ihnen gesehen. Angeblich leben hier neben mir weitere drei Leute - was ich höchstens am Zahnbürstenbestand feststellen kann.

Was solls. Ich habe vermutlich noch nicht wirklich realisiert, dass ich nun ausgezogen bin. Dass ich nun in meiner ersten eigenen Wohnung bin. Dass ich nun alleine wohne. Dass ich nun Student bin. Dass mein Leben den Höhepunkt der Wende erreicht hat, die ich derzeit vollziehe. Schön, auf der einen Seite. Schade, auf der anderen Seite. Schliesslich lasse ich momentan alles hinter mir - natürlich nicht für immer oder gewollt - aber alleine wenn ich ans Weib denke, an die nun knapp 700km, die zwischen und sind, dann .. dann höre ich einfach auf, darüber nachzudenken und sage mir gebetsmühlenartig vor, dass alles gut wird. Dass ich der festen Überzeugung bin, dass wir es schaffen. One way or another.

Tjaha. Was soll ich gross sagen. Ich bin mit meinen dreiundzwanzig Jahren in einem weiteren Kapitel angelangt, das ich meistern muss, meistern werde. Ich spreche hier als wäre es eine Prüfung.. nein, vielmehr ist es der Umstand der Umstellung. Und ich tippe lediglich weiter, weil auf dem anderen Monitor ein Film läuft, den ich schon gesehen habe, sonst niemand hier ist und ich vorhin meinen bald-Mitstudenten abgesagt habe, heute was zu unternehmen. Und natürlich deshalb, da niemand hier ist. Aber da habe ich mal wieder einen längeren Eintrag geschrieben - weee. Und höre nun lieber auf, bevor nur noch Bullshit kommt.